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Igel gefunden

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Überwinterung von Igeln
Ratschläge für den Laien zur Unterstützung

Igel gefunden - was soll ich tun? Bei dem jetzt langsam kühler werdenden Wetter beginnen die Igel sich auf den Winter vorzubereiten. Sie suchen viel Nahrung und richten sich ein Winterquartier ein. Sie sind häufiger sichtbar und viele Menschen denken, dass sie den Tieren helfen müssen. Viel zu häufig werden die Tiere "gerettet", weil sie einem Leid tun, aber das sollte ganz genau überlegt werden. Igel sind Wildtiere und dürfen per Gesetz nicht einfach mitgenommen werden. Helfen kann man ihnen schon: zumindest die Gartenbesitzer. Sie sollten ihren Garten nicht zu sehr aufräumen, Stauden stehen lassen, Laub liegen lassen und zu Haufen zusammenkehren. Die Igel übernehmen die Einrichtung ihrer Höhlen, wenn wir ihnen in unseren Gärten eine Chance geben. Sie brauchen Unterschlupfmöglichkeiten, Haufen aus Steinen, Ästen, eben Gartenabfälle. Igel, die erst im September geboren sind, laufen im Oktober, November herum und suchen Futter. Viele Menschen denken, dass die Tiere in Not sind und bringen sie ins Tierheim oder versuchen, sie selbst über den Winter zu bringen.

Häufig wird es erst im Dezember richtig kalt bei uns, so dass die Tierchen eigentlich noch genügend Zeit haben zuzunehmen. Im Herbst finden sie noch viel Nahrung, dass sie noch zunehmen können. Bis zum Dezember werden auch untergewichtige Igel meist noch groß genug, den Winter allein zu überstehen.Wenn sie mindestens 500 Gramm haben, können sie es allein schaffen. Man sollte wenn sie z.B. im eigenen Garten untergekommen sind, ihnen Futter zur Verfügung stellen, Dosenkatzenfutter in Schälchen, Wasser zum Trinken (keine Milch!). Wenn sie aber in schlechtem Allgemeinzustand sind, auch im November noch unter 500 Gramm, voller Parasiten, dann sollte man entweder eine Pflegestelle suchen (Informationen z.B. in Tierheimen oder die Pflege selbst übernehmen. Ist der Igel krank oder verletzt, steht fachkundige Hilfe durch den Tierarzt an. Das Tier wirkt dann apathisch, torkelt, reagiert kaum mehr, rollt sich nicht zusammen, ist unterernährt. Dann muss man helfen und das Tier zuerst zum Tierarzt bringen. Mit ihm kann man abklären, was zu tun ist.
Unterbringung für kleine Igel (unter 500 gr)
Igel sind Einzelgänger, es braucht also jedes Tier ein eigenes Gehege von ca. 2 qm.  Der Ort, ein Raum bei ca. 18 bis 20 Grad,  Die Tiere schlafen tagsüber und vertragen keinen Lärm. Außerdem riechen Igel stark und verunreinigen ihre Kisten sehr. Also ist das nicht unbedingt für das Wohnzimmer geeignet. Man sollte auch darauf achten, dass der Kontakt zu Menschen und z.B. Haustieren (Hunde) nicht zu intensiv ist, damit die Tiere nicht ihre Furcht verlieren und verlernen sich zusammenzurollen. Große Kisten aus Pappe sind gut geeignet zur Überwinterung, mehrere aneinander befestigt mit Durchgängen sind hervorragend geeignet.  Aber Achtung!  Igel sind gute Kletterer und Nager, sie zerbeißen ev. auch die Kisten. Ca. 50 cm müssen die Wände hoch sein, damit die Kerlchen nicht entfliehen können, der Boden mit mehreren Lagen Zeitungspapier ausgelegt. Ein Schlafhäuschen aus einem kleineren Karton zum Zuklappen, mit einer Öffnung von ca. 10 cm an der Seite, mit zerrissenem und zerknüllten Zeitungspapier gefüllt, das immer wieder erneuert werden muss, Keine Naturmaterialien verwenden, die Tiere können sich an Fasern verletzen und einschnüren! Das Tier wird eifrig fressen. Katzenfutter, auch Trockenfutter, Obst,  gekochtes Hähnchen fressen die meisten Igel gern. Man wird schon herausfinden, was dem einzelnen Tier besonders schmeckt. Besuche beim Tierarzt müssen sein. Er wird Parasiten entfernen, das Tier entflohen und entwurmen und gegen Lungenwürmer impfen.

A. Achenbach-Heinzerling



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