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Informationen über den Handel mit Welpen aus Osteuropa
Mehrere Begegnungen mit Hundehaltern, die sich einen Welpen aus Osteuropa wohl unbeabsichtigt gekauft hatten, waren für mich der Auslöser, eine Aufklärung für Interessenten zu starten, die sich einen Welpen zu legen wollen.. Meist nannten die Gefragten einen "Schnäppchenpreis" als Grund für die Anschaffung, der Hund war billiger als ein Rassehund von hier, manche fielen auch auf Anzeigen und Versprechungen herein und hinterfragten den Herkunftsort des Tieres nicht. Gewissenlose Händler transportieren Welpen in großer Anzahl für den europäischen Markt, beliebte Rassen, die gerade in Mode sind, weil sie z.B. ein Fernsehstar oder ein Tier aus der Werbung sind.Befragte Tierärzte in der Umgebung beklagen die steigenden Anzahl solcher Welpen, die voller Parasiten, ängstlich und unterentwickelt, klein und zu jung und oft sehr krank, von den Besitzern in die Praxen gebracht werden. Mehr darüber >>hier<<
Bei Recherchen im Internet finden sich viele Informationen über Handel mit in Massen produzierten Welpen für den europäischen Markt, aber nicht jeder Hundefreund kann oder will sich darüber informieren.Wohl gemerkt, nicht der Tierschutzaspekt Welpen von Müllkippen zu retten und unterzubringen ist hier gemeint, sondern es geht um extra für den Verkauf produzierter Tiere, die unter unsäglich schlechten Bedingungen aufgezogen, viel zu früh - schon mit 5-6 Wochen - von der Mutter weggenommenen Welpen, die unterernährt, viel zu klein, verängstigt und voller Parasiten sind. Die Hündinnen werden als Gebärmaschinen missbraucht, um so oft wie möglich Welpen zu gebären.
Interessenten, die einen Hund möchten, sollten, bevor sie sich endgültig entschließen, vorher folgende Überlegungen anstellen:
Habe ich genügend Zeit für einen Hund? 2-3 Stunden für einen erwachsenen Hund müssen eingeplant werden. Ein Welpe erfordert zumindest am Anfang eine Rundumbetreuung. Es dauert einige Wochen, bis er sauber ist und gelernt hat, alleine zu bleiben.
Wenn man das alles positiv beantworten kann, geht es um die Suche nach dem richtigen Tier.Man braucht Geduld, um den passenden Welpen zu finden.Die Anzeigen in Zeitungen und Internet bieten viele Rassen und Tiere an. Schon hier muss misstrauisch auf verschiedene Kriterien geachtet werden.Positive Eindrücke vermitteln Züchter, wenn das Muttertier vorgezeigt werden kann und einen vertrauten und gesunden Eindruck macht, die Welpen zutraulich zu den Züchtern, gesund, lebhaft und ohne Angst vor schnellen Bewegungen sind. Der Züchter muss sich nach den Bedingungen erkundigen, unter denen Interessenten den Hund halten wollen, möglichst einen Besuch bei ankündigen. Die Tiere müssen mit engem Familienanschluss aufgewachsen sein, Kinder kennen, alles muss sauber sein und viel Platz sollte zur Verfügung stehen. "Liebevolle Hobbyzucht" ist nicht unbedingt eine Empfehlung für einen guten Züchter. Gerade hier ist Vorsicht geboten, denn viele "schwarze Schafe" benutzen diesen Begriff. Beim Besuch wird dem Interessenten Zeit gelassen, sich für einen Hund zu entscheiden. Man sollte darüber schlafen und sich in Ruhe entscheiden. Dies sind wichtige Voraussetzungen für seriöse Angebote.
Aber "Finger weg" heißt es dringend wenn:
Zusätzliche Kriterien:
Niemals einen Kauf aus Mitleid tätigen, auch wenn es schwer fällt und einem die Tiere leid tun.
Jede Summe, die erzielt wird, wird weiter verwendet für neue Hündinnen und zur Produktion neuer Welpen. Die Zahlen steigen stark an, wie uns die befragten Tierärzte bestätigen. Viele Welpen werden unter unbeschreiblichen Bedingungen in Osteuropa produziert um sie hier gewinnbringend an den Mann/die Frau zu bringen. Die Transporte sind meist grausam für die Tiere. Viel zu viele Tiere in einer Box oder einem dunklem Karton häufig ohne Wasser und Nahrung werden sie stundenlang zum Zielort gefahren. Viele überleben den Transport nicht. Aber das macht nichts, denn es gibt ja genügend. Verlust ist mit eingeplant.
Die Hündinnen werden zu Gebärmaschinen degradiert, bringen einen Wurf nach dem anderen auf die Welt, die Welpen werden nicht genügend und gesund ernährt. Im westlichen Europa fast ausgestorbene Krankheiten werden nicht behandelt und mit den Tieren wieder eingeschleppt. Oft überleben die Welpen, die schon mit 5oder 6 Wochen von der Mutter weggenommen werden den Transport nicht. Aber wenn schon 2 oder 3 eines Wurfes übrig bleiben, hat sich die Sache für die Händler gelohnt.Die auf diese Art produzierten Welpen haben keine Chance, sich zu gesunden, fröhlichen Hunden zu entwickeln, da ihnen in der wichtigen Prägungsphase der Kontakt zur Mutter fehlt. Von ihr lernen sie in diesen ersten Lebenswochen die Verhaltensweisen, die sie für den Umgang mit anderen Lebewesen, auch dem Menschen, brauchen.Auf Nachfrage bei der Tierschutzbeauftragten Dr. Madeleine Martin, die sich im vergangenen Jahr in Brüssel besonders des Tierschutzes in Osteuropa angenommen hat, wurde die Wichtigkeit des Themas bekräftigt. Ein mehrseitiger Fragenkatalog "Augen auf beim Hundekauf" wurde zur Verfügung gestellt und kann angefordert werden bei: tierschutz@hmulv.hessen.de
Fragen beantworten können auch Mitarbeiter von Tierheimen, Hundeschulen, Tierärzte…. Auch in den Tierheimen landen oft Welpen aus zweifelhafter Herkunft. Hier werden die gesundheitliche Vorsorge, die Impfungen und notwendigen Behandlungen gewissenhaft durchgeführt, um die Tiere (wieder) zu fröhlichen, gesunden und zufriedenen Hausgenossen für uns Menschen zu machen.